7 Erkenntnis- & Reflexionslog (Kern der Fellowship)
Eigener Lerngewinn: fachlich, methodisch, übertragbar. Getrennt von der Projekt-Retrospektive des Hauses. Periodisch (z. B. zweiwöchentlich).
| Datum | Erkenntnis (inhaltlich) | Methodische Erkenntnis | Übertragbar auf … | Offene Frage |
|---|---|---|---|---|
| 01.07.2026 | Anbieter-Kontinuität ist vom abstrakten zum konkreten Risiko geworden (Fall Fable 5/Mythos 5) → zentraler neuer Impuls (H6): eine Single-Vendor-Frontier-Strategie ist für ein nicht-US-Haus fragil | PESTEL→SWOT→TOWS trägt als 90-Min-Sparring-Bogen (divergent → konvergent → ableiten); Fellow bleibt Impuls/Struktur, die Bewertung bleibt beim Haus | jede KI-Governance-/Strategiearbeit mit externer Anbieter-Abhängigkeit (nicht nur Medien) | KI in höherer Leitungsebene (sub-C-/C-Level) noch nicht eingebunden. Was kann KI dort leisten? Stand der KI-Kultur (Startup vs. Corporate)? |
| 01.07.2026 | (Fellowship-Coaching) Alignment gelungen; Produktfokus bestätigt: KI-Kompetenzerwerb für Redaktionen (Verwaltung als Addon); Meilenstein-Logik Analyse→Ideation→Prototyp→MVP tragfähig | Empathy-Map / weitere Nutzerperspektiven als ergänzende Methode zur Anwenderrecherche prüfen | jede nutzerzentrierte Strategiephase | Wie tief Nutzerperspektiven (Empathy-Map) neben Interviews/Umfrage einsetzen? |
| 03.07.2026 | (1:1-Coaching) Stakeholder systemisch statt als Liste denken: Champions als Multiplikatoren („andere sprechen für uns") und HR/Onboarding als früher, oft übersehener Kompetenz-Hebel; KI muss sichtbar auf Unternehmensziele & Wertekompass einzahlen, bidirektional (H7) | Aspektorientierte Stakeholder-Map (Zuarbeit rein / Impuls raus / Kommunikation / Entscheidung) ergänzt PESTEL/SWOT um die Akteurs-Ebene (03b); für die Kompetenzschulung: CORE-Kompetenzfelder (Fach-/Methoden-/Selbst-/Sozialkompetenz) + Constructive Alignment (klares Lernziel → Methode → 5 Phasen → Updates) + Feedback-/Performancenetz (Achsen: Scope, Zeit/Intervall, Kompetenztiefe) + Motivation/Belohnung (kleine fortlaufende Aufgaben, Zertifikate/Anerkennung, langfristig Relevanz & Kompetenz halten) |
jede KI-Governance-/Change-Arbeit mit Multiplikator- & Befähigungslogik | Tracking von Lern-/Nutzungsfortschritt: ja/nein? (Motivation ↔ BR/DSGVO), mit BR/DSB klären. Didaktik-Konzept (nicht Durchführung) für M2 → ausgearbeitet: kompetenzschulung-didaktik. |
| 09.07.2026 | Die Kennzeichnung fällt in der Praxis nach Ausspielweg auseinander: online ist sie „bereits weiter verbreitet", für „Zeitung / Analog noch sehr bedeckt". Das Raster aus A-06 schneidet das Feld nach Wirkungsort (außen/innen/Scharnier); keine seiner neun Achsen erfasst den Kanal, und keiner der fünf Kennzeichnungs-Auslöser (Rolle, Realitätsanmutung, Erstellungsanteil, Namenszeile, Bildgattung) knüpft daran an. Ein Befund zu H1 liegt damit außerhalb dessen, was die eigene Kodierung sichtbar macht. Als Anbindung ist die Masterarbeit von Francesca Lehmann zur KI-Transparenz im Journalismus (Media Lab) benannt | Ein Achsenraster entscheidet mit, welche Befunde überhaupt entstehen können: Die Kanalfrage ist an den 25 kodierten Quellen nicht erhoben, und ob sie dort erhebbar gewesen wäre, steht offen. Für die Sequenz der Anwenderrecherche stehen zwei Varianten im Raum, „Forms bereits parallel oder vor den qualitativen Interviews", was die Zweckbestimmung berührt: Task 0002 leitet die Items aus dem Leitfaden ab und legt die Umfrage darauf an, „die Interview-Muster in der Breite" abzusichern. Die Variante „vor" schließt das aus; für „parallel" bleibt offen, ob ein nachträglicher Abgleich sie noch trägt. Für die Frage nach Regel und Freigabe ist ein Formulierungs-Kriterium gesetzt: die Variante, „die am Wahrscheinlichsten eine wahre ungefilterte Aussage hervorbringt", womit die Antwortgüte über den Wortlaut entscheidet. Die Vorfilterung nach „Offen/Vorbehalte" ist ein Kontrast-Sampling und gehört als Eigenschaft der Stichprobe ins Instrument (Interviewleitfaden) | jede Kodierung, deren Achsen den Gegenstand nur in einer Dimension schneiden; jedes gemischte Erhebungsdesign, dessen Instrumente aufeinander aufbauen | Woran ist die Praxis-Beobachtung belegt? Die Notiz führt sie als „Erste Erkenntnisse" ohne Erhebung. Trennen die kodierten Regelwerke Print und Online, und trägt das eine zehnte Achse? Was bedeutet „parallel" für die Feldzeiten? Was trägt die Masterarbeit zu A-06 bei, und gehört sie in die Quellenliste? |
| 16.07.2026 | (Check-in mit Coaching) Nicht ausgewiesen und nicht praktiziert fallen auseinander: In den Regelwerken anderer Häuser steckt womöglich „implizit 4-Augen drin, ist aber nicht explizit ausgewiesen, weil eh Standard". Das berührt A-06 und H4, wo 0 von 22 Regelwerken verlangen, dass die Prüfung dokumentiert wird. Als Lücken, aus denen sich „Potential […] heben" lässt, sind „Besonders Schulung und Mitarbeitendenbindung" benannt. Die Schulung trifft die Achse I2 (Befähigung, 18 %) direkt; für die Mitarbeitendenbindung führt der Benchmark keine Entsprechung, da I3 (Belegschaft & Mitbestimmung, 14 %) die Belegschaft als Rechtssubjekt kodiert. I2 und I3 sind die zwei schwächsten Innen-Achsen. Für die Leitungsebene ist eine Planungsempfehlung notiert, „Bis Jahresende schon durchplanen, damit GF mit am Ball bleibt", die die in 03b notierte Erwartung der GF an einen „genauen Fahrplan" um dessen Zeithorizont ergänzt. „Als Hebel nutzen; gemeinsame Ziele entwickeln und erreichen" gehört zu H7, die KI-Arbeit an die Unternehmensziele bindet (02); die Lücke wird dort zum Ressourcen-Argument |
A-06 weist die Grenze zur Praxis bereits aus („Regelungstiefe wie publiziert. Ob ein Haus sich an seine Norm hält, ist damit nicht erhoben") und verwahrt die drei Nullen gegen den Einwand der Suchlücke („geprüfte Verwerfungen und keine Suchlücken"). Der Coaching-Einwand öffnet eine dritte Flanke: Ein Haus ohne geschriebene Norm kann das Vier-Augen-Prinzip praktizieren, weil es Standard ist. Der Befund, dass 0 von 22 Regelwerken die Dokumentation der Prüfung verlangen, bleibt damit an den Text gebunden; die Praxis dahinter bräuchte ein anderes Instrument (Interview, Audit). Die Datenschutz-Auflage ist geklärt und deckt sich mit dem Instrument, wie es entworfen ist: „ohne Rückschlüsse durchführbar; DSB ist fein", „ohne Transkription […]; Mitschrift und Rückfragen sind erlaubt", dazu eine „Vorabinfo über Zweck und Speicherung der Erhebung (ano-/pseudonym)"; der Interviewleitfaden sieht die anonyme Mitschrift bereits vor (25 Min + 5 Min), und „Alles verwendbar im Projekt" hält das Ergebnis fest. Die Folge trägt das Design: Die eigene Belegkette endet bei der anonymisierten Mitschrift, eine Prüfung am Wortlaut entfällt | jede Content-Analyse, die aus dem Schweigen eines Dokuments auf die Praxis schließt; jede Erhebung unter Datenschutz-Auflage, deren Ergebnisse später als Beleg dienen sollen; jede Governance-Arbeit, die Ressourcen über eine Lückenanalyse bei einer Entscheidungsebene begründet | Wie wird „weil eh Standard" prüfbar, und trägt die Ist-Erhebung (A-03) dafür eine Frage? Woran wird die „Coverage" gemessen, und wer stellt die Anfrage an die GF? Ist die Ressourcen-Mechanik als Evidenz zu H7 in 02 nachzutragen? „WS" (OKR-Zeitraum, „bereits am 26.6." festgelegt) und „Ideenfest" sind in der Notiz nicht aufgelöst |
Dies ist der Kernbestandteil der Fellowship (Master-Plan, Seite 7). Auch bei Wegfall der Kooperation läuft dieses Log eigenständig weiter.